SUP Tour am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Was­ser­sport & Aben­teu­er am Gar­da­see. Im Rah­men einer Pres­se­rei­se hat­te ich die Chan­ce ein wenig süd­eu­ro­päi­sche Berg­luft zu schnup­pern. Auf Ein­la­dung von Star­board und Stickl-Spor­t­­camp ging es an den Gar­da­see zum Aus­tes­ten eines ganz neu­en Sport­an­ge­bots. Ach­tung, Spoi­­ler-Alarm: Alle Teil­neh­mer waren begeis­tert und hat­ten am Ende ein gro­ßes Grin­sen im Gesicht. Aber eins nach dem ande­ren…

Was soll man denn am Gardasee?

Urlaub am See klingt ver­däch­tig nach ange­staub­ter Ren­t­­ner-Roman­­tik? Du brennst lie­ber auf Was­ser­sport und Action? Hier im Nor­den gibt es doch genug Was­ser? Und über­haupt: was soll man denn da so weit im Süden? Noch dazu so weit weg von der Küs­te? Das habe ich mich auch gefragt!

Hin und wie­der soll­te man aber mal sei­nen Hori­zont erwei­tern und sich über­ra­schen las­sen von den Annehm­lich­kei­ten der süd­li­chen Gefil­de. Und die haben eini­ges zu bie­ten. Ange­fan­gen beim Wet­ter: Gera­de die Ham­bur­ger unter­schei­den die Jah­res­zei­ten ja immer öfter nur nach der Tem­pe­ra­tur des Regens. Wer sich durch­aus auch mal im Juli frie­rend aus sei­nem Neo­pren­an­zug gezerrt hat, kann ein Lied davon sin­gen. Es gibt also nichts ein­zu­wen­den gegen ein wenig medi­ter­ra­nes Wohl­fühl­kli­ma gepaart mit wun­der­schö­ner Land­schaft. Dol­ce Vita-Life­style. Lecke­res Essen. Und alles mit einem klei­nen Gruß aus der Hei­mat: auch in Ita­li­en lau­ert hier und da eine fre­che Möwe.

Der Gar­da­see ist noch dazu – ent­ge­gen mei­ner kli­schee­haf­ten Vor­stel­lung – die per­fek­te Adres­se für viel­sei­ti­ge Aktiv­ur­lau­ber: Wan­dern, Klet­tern, Moun­tain­bi­king, Para­gli­ding, Segeln oder Sur­fen. Mit nahe­zu siche­ren Wind­ver­hält­nis­sen ist der Gar­da­see das Kite­­surf-Mek­­ka schlecht­hin. Da staunt auch ein Küs­ten­kind nicht schlecht. Ein kur­zer Blick ins Han­dy auf die aktu­el­le Wind­vor­her­sa­ge an der Ost­see lässt mich vor Neid erblas­sen.

© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Noch dazu ist die Regi­on fort­an um eine span­nen­de und sport­li­che Akti­vi­tät rei­cher:

Das Stickl-Spor­t­­camp bie­tet mit Unter­stüt­zung von Star­board neu­er­dings die ers­ten geführ­ten Mehr­­ta­ges-Tou­­ren auf dem Stand-Up-Pad­d­­le Board an. Dabei erkun­det man mit einer Grup­pe gleich­ge­sinn­ter Brett­freun­de den süd­li­chen Teil des Sees, der auf­grund der ruhi­ge­ren Wind­ver­hält­nis­se opti­ma­le Pad­del­be­din­gun­gen bereit­hält. Hört sich span­nend an. Mei­ne Erwar­tun­gen waren natür­lich groß. Und wur­den mehr als über­trof­fen. Ich lie­be Sport an der fri­schen Luft. Noch dazu in einer solch schö­nen Umge­bung. Aber neben all der sport­li­chen Betä­ti­gung, bie­tet die­se Tour auch vie­le Genuss­mo­men­te. Hier und da haben wir nach Belie­ben und Grup­pen­dy­na­mik ange­lan­det für eine klei­ne Kaf­fee­pau­se oder den nach­mit­täg­li­chen Eis­ge­nuss. Dol­ce Vita halt. Und es blieb natür­lich genug Zeit für krea­ti­ve Foto­stopps und ein aus­gie­bi­ges Bad in der Son­ne. Das ist Bal­sam für die See­le. Unter dem Mot­to „Explo­re Lake Gar­da“ war­tet also ein groß­ar­ti­ger Mix aus Aben­teu­er, Sight­see­ing, Natur­ge­nuss und Erho­lung.

Nur das Nötigs­te zu packen ist aber nicht dein Ding? Was soll man bloß anzie­hen? Nach der Tages­etap­pe die Haa­re föh­nen? Abends noch schick essen gehen? Was ist mit dem Han­dy für die täg­li­chen Soci­al Media Updates? Kei­ne Sor­ge! An Kom­fort soll es nicht feh­len. Aus­rüs­tung und Gepäck wur­den sicher ver­staut im Bei­boot trans­por­tiert. Ein paar Klei­nig­kei­ten kann man Dank der Gepäck­gur­te auf dem Board im was­ser­dich­ten Sack mit­neh­men. Und auch ein Coach ist durch­ge­hend mit dabei. Wer also die ers­ten Übungs­stun­den auf einem Stand-Up-Pad­d­­le Board absol­viert hat und nun kei­ne Lust mehr hat per­ma­nent im Kreis zu fah­ren, soll­te die­se Tour unbe­dingt aus­pro­bie­ren. Sie bie­tet eine per­fek­te Gele­gen­heit ohne Leis­tungs­druck die eige­ne Pad­del­tech­nik zu ver­bes­sern und gemüt­lich durch die Natur zu glei­ten.

Der Ver­an­stal­ter reser­viert dar­über hin­aus typisch klei­ne Restau­rants und anspre­chen­de Cam­ping­plät­ze, auf denen nach­mit­tags die Zel­te auf­ge­schla­gen wer­den. Unse­re Über­nach­tungs­stät­te lag natür­lich unmit­tel­bar am See­ufer, sodass man schon am frü­hen Mor­gen ins küh­le Nass sprin­gen konn­te. Sol­che Augen­bli­cke bie­ten die Chan­ce in aller Stil­le die tol­le Land­schaft auf sich wirk­lich zu las­sen. Man kann den Moment genie­ßen, ein­mal tief durch­at­men und sich freu­en, dass man das erle­ben darf.

Wäh­rend der Tour eröff­net sich eine sagen­haf­te Sicht auf die Gegend, die von Land aus so nicht mög­lich wäre. Die Kulis­se ist ein­fach atem­be­rau­bend schön. Im Nor­den Deutsch­lands erwar­tet uns am Hori­zont “nur” das gro­ße tief­blaue Nichts. Auch wenn ich mich nie­mals an die­ser end­lo­sen Wei­te unse­rer klei­nen Mee­re vor der Haus­tür satt sehen könn­te, so hat sich die ita­lie­ni­sche Berg­land­schaft defi­ni­tiv einen Platz in mei­nem Rei­se­herz gesi­chert.

Anlanden

1.000–1.200 km Ent­fer­nung lie­gen zwi­schen dem nor­di­schen Flach­land und der ita­lie­ni­schen Land­schafts­per­le. Mit dem Auto ist das ein klei­ner Höl­len­trip. Der Gar­da­see lag des­halb immer im toten Win­kel dei­ner Land­kar­te? Bei mir auch.

Aber war­um nicht ein­fach flie­gen? Ryan­air star­tet per Direkt­ver­bin­dung mehr­mals pro Woche in unter 2h ab Ham­burg nach Vero­na. Und wer die Bil­­lig-Air­­li­nes kennt, weiß, dass da auch mal ein Flug­ti­cket für 12,99€ über den Laden­tisch geht. Ich zahl­te für Hin- und Rück­flug nur 54€, hin­zu kom­men je nach Belie­ben noch Gebüh­ren für Gepäck (ab ca. 40€). Ab Vero­na sind es weni­ger als eine gemüt­li­che Stun­de Auto­fahrt bis an den Gar­da­see. Damit war ich schnel­ler als eini­ge Mün­che­ner Kol­le­gen und kam sogar mit einem Bruch­teil an Sprit­kos­ten aus (der Tank­wart woll­te am Ende nur 10€ von mir haben). Einen Miet­wa­gen gibt es schon ab ca. 40€ für 4 Tage. Der Ver­leih befin­det sich direkt am Air­port in Vero­na. Für bes­te Kon­di­tio­nen emp­feh­le ich eine Online-Buchung im Vor­feld. Wer es noch güns­ti­ger mag und vor Ort nicht so fle­xi­bel sein muss: alter­na­tiv gibt es auch eine Shut­tle­ver­bin­dung vom Flug­ha­fen Vero­na zu diver­sen Orten am Gar­da­see.

Koje finden

Cam­ping, Hos­tel, Surf­camp oder Hotel — für die Zeit vor oder nach der mehr­tä­gi­gen SUP Tour ste­hen einem am Gar­da­see alle Mög­lich­kei­ten offen. Die Unter­künf­te rei­hen sich naht­los anein­an­der — jede mit ihrem eige­nen ita­lie­ni­schen Charme. Man soll­te wis­sen, dass alles rund um den Gar­da­see sehr auf den Tou­ris­mus aus­ge­legt ist und es zur Hoch­sai­son mit­un­ter sehr, sehr voll wer­den kann. Zu Spit­zen­zei­ten emp­fiehlt sich eine recht­zei­ti­ge Buchung. Emp­feh­lens­wert ist das Hotel Oli­vi nahe Mal­ce­si­ne. Die Zim­mer sind ein­fach ein­ge­rich­tet, dafür ist die gesam­te Gar­ten­an­la­ge mit viel Lie­be gestal­tet. Das Sport­ler­herz schlägt höher bei hotel­ei­ge­nen Ten­nis­plät­zen, Beach­vol­ley­ball, Pool sowie Sau­na, Fit­ness­stu­dio und direk­ter Anbin­dung an das Stickl-Spor­t­­camp. Über­nach­tet wird hier ab 130€/Nacht.

Malcesine am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
Malcesines am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Der Ort Malcesine

Das genann­te Hotel liegt in der Ort­schaft Mal­ce­si­ne. Als ein­ge­fleisch­tes Küs­ten­kind muss­te ich mir von den sofort ins Herz geschlos­se­nen süd­deut­schen Freun­den erst­mal die rich­ti­ge Aus­spra­che erklä­ren las­sen: M‑A‑L-L-S-C-H-Ä-H-S-I-E-N‑E‑H. Mit der Seil­bahn geht es hier hin­auf auf den Mon­te Bal­do, dem höchs­ten Berg am Ost­ufer. Mein Fokus auf die­ser Rei­se rich­te­te sich kom­plett auf die SUP Tour und ließ kaum Zeit für ande­re Aus­flü­ge. Ohne den Aus­blick vom 2218m hohen Berg in mein Gedächt­nis zu bren­nen, woll­te ich aber nicht gen Hei­mat flie­gen. Ich erwisch­te die ers­te Gon­del mor­gens 8 Uhr und war nach 15min auf dem Gip­fel in Rekord­zeit wie­der im Tal, um recht­zei­tig mei­nen Flie­ger zurück nach Ham­burg zu erwi­schen – da staun­te auch der Ticket­ver­käu­fer nicht schlecht.

Ansons­ten hält Mal­ce­si­ne mit einer hüb­scher Burg, engen Gas­sen vol­ler Sou­ve­nir­lä­den und vie­len net­ten Restau­rants tol­le High­lights für klei­ne Roman­ti­ker bereit und bie­tet mit vie­len Wein­gü­tern und Ölmüh­len auch etwas für ech­te Gour­met­freun­de. Ich kom­me bestimmt wie­der. Und beim nächs­ten Mal brin­ge ich viel mehr Zeit mit. Ver­spro­chen!

Heinz Stickl © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Das Stickl-Sportcamp

Wer das Glück hat mit Was­­ser­­s­port-Pio­­nier Heinz Stickl per­sön­lich unter­wegs zu sein, kann sich auf span­nen­de Anek­do­ten aus sei­ner Zeit als akti­ver Wind­sur­fer freu­en. Der 2‑fache Welt­meis­ter grün­de­te 1976 das Surf­camp nach lan­gem Stu­di­um der ört­li­chen Wind­ver­hält­nis­se an dem für ihn per­fek­ten Stand­ort am gan­zen See: in der Bucht Val di Sogno süd­lich von Mal­ce­si­ne. Auf­grund sei­ner geschütz­ten Lage ist die­ser Ort auch ide­al geeig­net als Start­platz für Sur­fein­stei­ger und Fami­li­en. Neben der neu im Pro­gramm auf­ge­nom­me­nen SUP Tour bie­tet das Camp sämt­li­che Was­ser­sport­ak­ti­vi­tä­ten wie Segeln, Cat­se­geln oder Kite­sur­fen an und gilt heut­zu­ta­ge als die größ­te Surf- und Segel­schu­le am Gar­da­see. Viel Wert legt der 65-Jäh­­ri­ge auf best­mög­li­che Aus­rüs­tung und inno­va­ti­ve Schu­lungs­me­tho­den. Heinz hält aller­dings nichts von Wet­­ter-Apps, son­dern guckt lie­ber aus dem Fens­ter. Und fragt man ihn mal nach “Foi­len” kommt er aus dem Schwär­men nicht mehr raus.

Für alle, in denen die Sehn­sucht geweckt ist und für alle, die nun auch Bock haben auf ein aben­teu­er­li­ches, aber ent­spann­tes Natur­er­leb­nis: Die 3‑tägige SUP Tour (immer frei­tags bis sonn­tags) kann ab sofort hier gebucht wer­den.

Klei­ner Tipp: Abso­lu­te SUP Neu­lin­ge, die sich die­ses Aben­teu­er trotz­dem nicht ent­ge­hen las­sen wol­len, rei­sen ein­fach ein paar Tage eher an. So kön­nen in Ruhe im Vor­feld die wich­tigs­ten Pad­del­schlä­ge erlernt und kür­ze­re Übungs­fahr­ten unter­nom­men wer­den. Zum Start der Tour ist man dann fit wie ein Turn­schuh. Eine gewis­se Grund­fit­ness wird aller­dings in jedem Fall vor­aus­ge­setzt.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön für die Ein­la­dung, die Rund-um-Ver­­­sor­gung und Gast­freund­schaft an Heinz Stickl und das Stickl-Spor­t­­campgardasee.de, das gan­ze Team von Star­board und natür­lich an Andy Klotz für die­se wun­der­schö­nen Fotos.

Fotos: Andy Klotz/FOTObyKLOTZI.de

SUP Tour am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Was­ser­sport & Aben­teu­er am Gar­da­see. Im Rah­men einer Pres­se­rei­se hat­te ich die Chan­ce ein wenig süd­eu­ro­päi­sche Berg­luft zu schnup­pern. Auf Ein­la­dung von Star­board und Stickl-Spor­t­­camp ging es an den Gar­da­see zum Aus­tes­ten eines ganz neu­en Sport­an­ge­bots. Ach­tung, Spoi­­ler-Alarm: Alle Teil­neh­mer waren begeis­tert und hat­ten am Ende ein gro­ßes Grin­sen im Gesicht. Aber eins nach dem ande­ren…

Was soll man denn am Gardasee?

Urlaub am See klingt ver­däch­tig nach ange­staub­ter Ren­t­­ner-Roman­­tik? Du brennst lie­ber auf Was­ser­sport und Action? Hier im Nor­den gibt es doch genug Was­ser? Und über­haupt: was soll man denn da so weit im Süden? Noch dazu so weit weg von der Küs­te? Das habe ich mich auch gefragt!

Hin und wie­der soll­te man aber mal sei­nen Hori­zont erwei­tern und sich über­ra­schen las­sen von den Annehm­lich­kei­ten der süd­li­chen Gefil­de. Und die haben eini­ges zu bie­ten. Ange­fan­gen beim Wet­ter: Gera­de die Ham­bur­ger unter­schei­den die Jah­res­zei­ten ja immer öfter nur nach der Tem­pe­ra­tur des Regens. Wer sich durch­aus auch mal im Juli frie­rend aus sei­nem Neo­pren­an­zug gezerrt hat, kann ein Lied davon sin­gen. Es gibt also nichts ein­zu­wen­den gegen ein wenig medi­ter­ra­nes Wohl­fühl­kli­ma gepaart mit wun­der­schö­ner Land­schaft. Dol­ce Vita-Life­style. Lecke­res Essen. Und alles mit einem klei­nen Gruß aus der Hei­mat: auch in Ita­li­en lau­ert hier und da eine fre­che Möwe.

Der Gar­da­see ist noch dazu – ent­ge­gen mei­ner kli­schee­haf­ten Vor­stel­lung – die per­fek­te Adres­se für viel­sei­ti­ge Aktiv­ur­lau­ber: Wan­dern, Klet­tern, Moun­tain­bi­king, Para­gli­ding, Segeln oder Sur­fen. Mit nahe­zu siche­ren Wind­ver­hält­nis­sen ist der Gar­da­see das Kite­­surf-Mek­­ka schlecht­hin. Da staunt auch ein Küs­ten­kind nicht schlecht. Ein kur­zer Blick ins Han­dy auf die aktu­el­le Wind­vor­her­sa­ge an der Ost­see lässt mich vor Neid erblas­sen.

© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Noch dazu ist die Regi­on fort­an um eine span­nen­de und sport­li­che Akti­vi­tät rei­cher:

Das Stickl-Spor­t­­camp bie­tet mit Unter­stüt­zung von Star­board neu­er­dings die ers­ten geführ­ten Mehr­­ta­ges-Tou­­ren auf dem Stand-Up-Pad­d­­le Board an. Dabei erkun­det man mit einer Grup­pe gleich­ge­sinn­ter Brett­freun­de den süd­li­chen Teil des Sees, der auf­grund der ruhi­ge­ren Wind­ver­hält­nis­se opti­ma­le Pad­del­be­din­gun­gen bereit­hält. Hört sich span­nend an. Mei­ne Erwar­tun­gen waren natür­lich groß. Und wur­den mehr als über­trof­fen. Ich lie­be Sport an der fri­schen Luft. Noch dazu in einer solch schö­nen Umge­bung. Aber neben all der sport­li­chen Betä­ti­gung, bie­tet die­se Tour auch vie­le Genuss­mo­men­te. Hier und da haben wir nach Belie­ben und Grup­pen­dy­na­mik ange­lan­det für eine klei­ne Kaf­fee­pau­se oder den nach­mit­täg­li­chen Eis­ge­nuss. Dol­ce Vita halt. Und es blieb natür­lich genug Zeit für krea­ti­ve Foto­stopps und ein aus­gie­bi­ges Bad in der Son­ne. Das ist Bal­sam für die See­le. Unter dem Mot­to „Explo­re Lake Gar­da“ war­tet also ein groß­ar­ti­ger Mix aus Aben­teu­er, Sight­see­ing, Natur­ge­nuss und Erho­lung.

Nur das Nötigs­te zu packen ist aber nicht dein Ding? Was soll man bloß anzie­hen? Nach der Tages­etap­pe die Haa­re föh­nen? Abends noch schick essen gehen? Was ist mit dem Han­dy für die täg­li­chen Soci­al Media Updates? Kei­ne Sor­ge! An Kom­fort soll es nicht feh­len. Aus­rüs­tung und Gepäck wur­den sicher ver­staut im Bei­boot trans­por­tiert. Ein paar Klei­nig­kei­ten kann man Dank der Gepäck­gur­te auf dem Board im was­ser­dich­ten Sack mit­neh­men. Und auch ein Coach ist durch­ge­hend mit dabei. Wer also die ers­ten Übungs­stun­den auf einem Stand-Up-Pad­d­­le Board absol­viert hat und nun kei­ne Lust mehr hat per­ma­nent im Kreis zu fah­ren, soll­te die­se Tour unbe­dingt aus­pro­bie­ren. Sie bie­tet eine per­fek­te Gele­gen­heit ohne Leis­tungs­druck die eige­ne Pad­del­tech­nik zu ver­bes­sern und gemüt­lich durch die Natur zu glei­ten.

Der Ver­an­stal­ter reser­viert dar­über hin­aus typisch klei­ne Restau­rants und anspre­chen­de Cam­ping­plät­ze, auf denen nach­mit­tags die Zel­te auf­ge­schla­gen wer­den. Unse­re Über­nach­tungs­stät­te lag natür­lich unmit­tel­bar am See­ufer, sodass man schon am frü­hen Mor­gen ins küh­le Nass sprin­gen konn­te. Sol­che Augen­bli­cke bie­ten die Chan­ce in aller Stil­le die tol­le Land­schaft auf sich wirk­lich zu las­sen. Man kann den Moment genie­ßen, ein­mal tief durch­at­men und sich freu­en, dass man das erle­ben darf.

Wäh­rend der Tour eröff­net sich eine sagen­haf­te Sicht auf die Gegend, die von Land aus so nicht mög­lich wäre. Die Kulis­se ist ein­fach atem­be­rau­bend schön. Im Nor­den Deutsch­lands erwar­tet uns am Hori­zont “nur” das gro­ße tief­blaue Nichts. Auch wenn ich mich nie­mals an die­ser end­lo­sen Wei­te unse­rer klei­nen Mee­re vor der Haus­tür satt sehen könn­te, so hat sich die ita­lie­ni­sche Berg­land­schaft defi­ni­tiv einen Platz in mei­nem Rei­se­herz gesi­chert.

Anlanden

1.000–1.200 km Ent­fer­nung lie­gen zwi­schen dem nor­di­schen Flach­land und der ita­lie­ni­schen Land­schafts­per­le. Mit dem Auto ist das ein klei­ner Höl­len­trip. Der Gar­da­see lag des­halb immer im toten Win­kel dei­ner Land­kar­te? Bei mir auch.

Aber war­um nicht ein­fach flie­gen? Ryan­air star­tet per Direkt­ver­bin­dung mehr­mals pro Woche in unter 2h ab Ham­burg nach Vero­na. Und wer die Bil­­lig-Air­­li­nes kennt, weiß, dass da auch mal ein Flug­ti­cket für 12,99€ über den Laden­tisch geht. Ich zahl­te für Hin- und Rück­flug nur 54€, hin­zu kom­men je nach Belie­ben noch Gebüh­ren für Gepäck (ab ca. 40€). Ab Vero­na sind es weni­ger als eine gemüt­li­che Stun­de Auto­fahrt bis an den Gar­da­see. Damit war ich schnel­ler als eini­ge Mün­che­ner Kol­le­gen und kam sogar mit einem Bruch­teil an Sprit­kos­ten aus (der Tank­wart woll­te am Ende nur 10€ von mir haben). Einen Miet­wa­gen gibt es schon ab ca. 40€ für 4 Tage. Der Ver­leih befin­det sich direkt am Air­port in Vero­na. Für bes­te Kon­di­tio­nen emp­feh­le ich eine Online-Buchung im Vor­feld. Wer es noch güns­ti­ger mag und vor Ort nicht so fle­xi­bel sein muss: alter­na­tiv gibt es auch eine Shut­tle­ver­bin­dung vom Flug­ha­fen Vero­na zu diver­sen Orten am Gar­da­see.

Koje finden

Cam­ping, Hos­tel, Surf­camp oder Hotel — für die Zeit vor oder nach der mehr­tä­gi­gen SUP Tour ste­hen einem am Gar­da­see alle Mög­lich­kei­ten offen. Die Unter­künf­te rei­hen sich naht­los anein­an­der — jede mit ihrem eige­nen ita­lie­ni­schen Charme. Man soll­te wis­sen, dass alles rund um den Gar­da­see sehr auf den Tou­ris­mus aus­ge­legt ist und es zur Hoch­sai­son mit­un­ter sehr, sehr voll wer­den kann. Zu Spit­zen­zei­ten emp­fiehlt sich eine recht­zei­ti­ge Buchung. Emp­feh­lens­wert ist das Hotel Oli­vi nahe Mal­ce­si­ne. Die Zim­mer sind ein­fach ein­ge­rich­tet, dafür ist die gesam­te Gar­ten­an­la­ge mit viel Lie­be gestal­tet. Das Sport­ler­herz schlägt höher bei hotel­ei­ge­nen Ten­nis­plät­zen, Beach­vol­ley­ball, Pool sowie Sau­na, Fit­ness­stu­dio und direk­ter Anbin­dung an das Stickl-Spor­t­­camp. Über­nach­tet wird hier ab 130€/Nacht.

Malcesine am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
Malcesines am Gardasee © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de
© Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Der Ort Malcesine

Das genann­te Hotel liegt in der Ort­schaft Mal­ce­si­ne. Als ein­ge­fleisch­tes Küs­ten­kind muss­te ich mir von den sofort ins Herz geschlos­se­nen süd­deut­schen Freun­den erst­mal die rich­ti­ge Aus­spra­che erklä­ren las­sen: M‑A‑L-L-S-C-H-Ä-H-S-I-E-N‑E‑H. Mit der Seil­bahn geht es hier hin­auf auf den Mon­te Bal­do, dem höchs­ten Berg am Ost­ufer. Mein Fokus auf die­ser Rei­se rich­te­te sich kom­plett auf die SUP Tour und ließ kaum Zeit für ande­re Aus­flü­ge. Ohne den Aus­blick vom 2218m hohen Berg in mein Gedächt­nis zu bren­nen, woll­te ich aber nicht gen Hei­mat flie­gen. Ich erwisch­te die ers­te Gon­del mor­gens 8 Uhr und war nach 15min auf dem Gip­fel in Rekord­zeit wie­der im Tal, um recht­zei­tig mei­nen Flie­ger zurück nach Ham­burg zu erwi­schen – da staun­te auch der Ticket­ver­käu­fer nicht schlecht.

Ansons­ten hält Mal­ce­si­ne mit einer hüb­scher Burg, engen Gas­sen vol­ler Sou­ve­nir­lä­den und vie­len net­ten Restau­rants tol­le High­lights für klei­ne Roman­ti­ker bereit und bie­tet mit vie­len Wein­gü­tern und Ölmüh­len auch etwas für ech­te Gour­met­freun­de. Ich kom­me bestimmt wie­der. Und beim nächs­ten Mal brin­ge ich viel mehr Zeit mit. Ver­spro­chen!

Heinz Stickl © Andy Klotz / FOTObyKLOTZI.de

Das Stickl-Sportcamp

Wer das Glück hat mit Was­­ser­­s­port-Pio­­nier Heinz Stickl per­sön­lich unter­wegs zu sein, kann sich auf span­nen­de Anek­do­ten aus sei­ner Zeit als akti­ver Wind­sur­fer freu­en. Der 2‑fache Welt­meis­ter grün­de­te 1976 das Surf­camp nach lan­gem Stu­di­um der ört­li­chen Wind­ver­hält­nis­se an dem für ihn per­fek­ten Stand­ort am gan­zen See: in der Bucht Val di Sogno süd­lich von Mal­ce­si­ne. Auf­grund sei­ner geschütz­ten Lage ist die­ser Ort auch ide­al geeig­net als Start­platz für Sur­fein­stei­ger und Fami­li­en. Neben der neu im Pro­gramm auf­ge­nom­me­nen SUP Tour bie­tet das Camp sämt­li­che Was­ser­sport­ak­ti­vi­tä­ten wie Segeln, Cat­se­geln oder Kite­sur­fen an und gilt heut­zu­ta­ge als die größ­te Surf- und Segel­schu­le am Gar­da­see. Viel Wert legt der 65-Jäh­­ri­ge auf best­mög­li­che Aus­rüs­tung und inno­va­ti­ve Schu­lungs­me­tho­den. Heinz hält aller­dings nichts von Wet­­ter-Apps, son­dern guckt lie­ber aus dem Fens­ter. Und fragt man ihn mal nach “Foi­len” kommt er aus dem Schwär­men nicht mehr raus.

Für alle, in denen die Sehn­sucht geweckt ist und für alle, die nun auch Bock haben auf ein aben­teu­er­li­ches, aber ent­spann­tes Natur­er­leb­nis: Die 3‑tägige SUP Tour (immer frei­tags bis sonn­tags) kann ab sofort hier gebucht wer­den.

Klei­ner Tipp: Abso­lu­te SUP Neu­lin­ge, die sich die­ses Aben­teu­er trotz­dem nicht ent­ge­hen las­sen wol­len, rei­sen ein­fach ein paar Tage eher an. So kön­nen in Ruhe im Vor­feld die wich­tigs­ten Pad­del­schlä­ge erlernt und kür­ze­re Übungs­fahr­ten unter­nom­men wer­den. Zum Start der Tour ist man dann fit wie ein Turn­schuh. Eine gewis­se Grund­fit­ness wird aller­dings in jedem Fall vor­aus­ge­setzt.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön für die Ein­la­dung, die Rund-um-Ver­­­sor­gung und Gast­freund­schaft an Heinz Stickl und das Stickl-Spor­t­­campgardasee.de, das gan­ze Team von Star­board und natür­lich an Andy Klotz für die­se wun­der­schö­nen Fotos.

Fotos: Andy Klotz/FOTObyKLOTZI.de

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