Unzäh­lige Jah­res­rück­blicke über­schwemmen unsere Bild­schirme. Da ist von einem „beson­deren“ Jahr die Rede; einem „ver­rückten“, „vieles abver­lan­genden“. Und auch das große Rei­se­aben­teuer liegt plötz­lich nicht mehr in der exo­ti­schen Ferne. Über­füllte Cam­ping­plätze, dicht bemenschte Strände und knüp­pel­volle Land­straßen waren das Ergebnis vieler Men­schen, die nun ihre ver­diente Aus­zeit in den nahe­lie­genden Gefilden suchten. Ein Bericht von der gesamten Crew

Inmitten der gen Norden pil­gernden Urlaubs­menge waren auch wir mit unseren Bullis, Kanus, Kites und Rädern anzu­treffen: Wir ent­deckten kleine Gehei­m­­tipp-Regionen, unter­schätzte Natur­schau­plätze und die guten, alten Klas­siker wieder neu. Unsere ganz per­sön­li­chen High­lights möchten wir mit euch teilen. Denn das Teilen macht gerade in diesen Zeiten wahre Freu(n)de. Und viel­leicht findet der eine oder die andere etwas Inspi­ra­tion in den nach­fol­genden Ein­drü­cken – etwa für das in den Start­lö­chern ste­hende Rei­se­jahr 2021.

Tobi

1. Weite, Wind und Wellen — Vejlby Klit in Dänemark

Im Sep­tember 2020 ver­schlug es mich an den groß­ar­tigen Nord­see­strand von Vejlby Klit. Kite­surfer werden hier ebenso fündig wie Ruhe­su­chende — die knapp vier­stün­dige Fahr­zeit von Ham­burg scheint Vejlby Klit näm­lich jenen Trubel zu nehmen, den du von all den schönen Orten rund um den Ring­kø­bing Fjord gewohnt bist. Die Gegend ist recht rau, hat dadurch im Herbst ihre ganz beson­deren Reize und wartet mit einigen lokalen High­lights auf dich. Du darfst auf gar keinen Fall die die win­zige Brauerei Nr. Nissum Hånd­bryg ver­passen, die übri­gens auch Appar­te­ments und eine echte Well­ness­oase bereit­hält. Und zum rich­tigen Bier gehört selbst­ver­ständ­lich ein ordent­li­cher Fisch­teller — den bekommst du im kleinen Restau­rant Polseboden im Ort Thy­boron, direkt an der Hafenkante.

Svenja

2. Gefräßiges Meer — Brodtener Steilufer Lübecker Bucht

Mit seiner rund vier Kilo­meter langen Steil­küste ist das Brod­tener Steil­ufer an der Lübe­cker Bucht ein außer­ge­wöhn­li­ches Aus­flugs­ziel für alle, die das Meer lieben. Die Ostsee hat sich hier im Laufe der Jahr­tau­sende durch Wind und Wellen in die Steil­küste hin­ein­ge­fressen und bricht jedes Jahr unge­fähr einen wei­teren Meter ab. Dahinter geht’s tief in den Abgrund – an seiner höchsten Stelle knapp 20 Meter. Schon im Mit­tel­alter fanden Strand­pi­raten gefallen an dem stra­te­gisch gut gele­genen Aus­blick auf das weite Meer. Heute gehören weite Teile des Brod­tener Steil­ufers zum euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet und stehen unter Natur­schutz. Der obere Wan­derweg am Steil­ufer führt dich mit einer fan­tas­ti­schen Aus­sicht auf die Lübe­cker Bucht von Tra­ve­münde bis nach Nien­dorf. Du bist unge­fähr eine Stunde unter­wegs und läufst durch kleine Wäld­chen, vorbei an Fel­dern und Wiesen immer an der steilen Ufer­kante ent­lang. Du kannst aber auch vom Strand in Tra­ve­münde starten. Unter­halb der Steil­küste ver­läuft ein Weg, der wun­der­schön wild, steinig und natur­be­lassen ist. Ganz egal, wie du dich ent­schei­dest: Eine steile Treppe, die das obere mit dem unteren Steil­ufer ver­bindet, liegt unge­fähr einen Kilo­meter vor dem Orts­teil Niendorf/Timmendorfer Strand. Viel Spaß beim Entdecken!

Besser lassen: Das Café an der Her­manns­höhe (hier ist einer der Park­plätze) ist zwar idyl­lisch gelegen, kuli­na­risch erin­nert das Angebot aller­dings eher an eine klas­si­sche Auto­­bahn-Ras­t­­stätte. Pack’ lieber deine eigene Ther­mos­kanne ein und genieße einen leckeren Tee oder Kaffee auf einer der Bänke am Spa­zierweg – Traum­aus­blick inklusive!

Maxi

3. Kitesurf’n’Sun — Zingst, das kann was!

Schon als ich den Bulli in der sen­genden Hitze auf den anvi­sierten Stell­platz an der Ostsee lenkte, kamen mir die ersten braun­ge­brannten Bar­fuß­läufer ent­gegen: ein Beach­vol­ley­ball unter den Arm geklemmt, die Kites auf den Rücken geschnallt. Ein Pot­pourri aus zig Dia­lekten schallte gut­ge­launt über den Platz und an der angren­zenden Surf-Bar mit Live­musik pros­tete man sich schon zur Mit­tags­zeit lässig zu.

Bereits in diesem ersten Moment ver­liebte ich mich in das kleine Stück Land im nord­meck­len­bur­gi­schen Zingst, wel­ches direkt an einem Sport­strand liegt. Bulli- und Kite­surf­lie­bende sind hier unter sich und tau­schen lie­be­voll die Kose­namen und Ein­rich­tungs­ge­heim­nisse ihrer Gefährten aus. Tipps zu den vielen, in der unmit­tel­baren Umge­bung lie­genden Kite-Spots, die je nach Wind­rich­tung und ‑stärke ange­fahren werden können, gibt es direkt dazu. Und auch über drin­gend nötiges Stech­mü­cken­spray wird eifrig gefach­sim­pelt. Die Beach­vol­ley­ball­felder am weit­läu­figen Strand, der nahe­lie­gende Natio­nal­park Vor­pom­mer­sche Bod­den­land­schaft und Zingster Oster­wald runden den ersten Ein­druck ab: Zingst, das kann wirk­lich was.

Luisa

4. North Shore 2.0 — die magische Nordküste Rügens

Kris­tall­klares Wasser, blau-tür­­kise Fär­bung, feinster weißer Sand­strand. Nein, dieses Jahr stand keine Karibik-Fern­­reise auf dem Pro­gramm. Statt­dessen zog es mich mit dem Van an die magi­sche Nord­küste Rügens. Die mit Abstand größte Insel Deutsch­lands hat näm­lich neben großen Wäl­dern und Bod­den­ge­wäs­sern rich­tige Traum­strände zu bieten. Ein Abstieg über die steile Holz­treppe bringt mich in ein kleines Para­dies und ich ver­gesse kurz, dass ich an der Ost­see­küste stehe und nicht am Nord­strand von Oahu. Wer auf der Suche nach natur­be­las­sener und nicht bebauter Küste ist kommt hier auf seine Kosten. Mich hat vor Allem die Ruhe und der male­ri­sche Aus­blick voll­kommen überzeugt.

Bulli-Über­­­nach­­­tungen sind hier übri­gens nicht gestattet, wer trotzdem etwas länger in dieser ruhi­geren Ecke der Insel ver­weilen möchte, ist auf den nahe­ge­le­genen Natur­zelt­plätzen und Stell­plätzen in Wiek oder Dranske gut auf­ge­hoben. Im Sommer kann man hier bei wun­der­schönen Son­nen­un­ter­gängen und mit­ge­brachtem Pick­nick den Tag aus­klingen lassen. Mein per­sön­li­ches High­light: Dank der dünnen Besied­lung zeigt sich hier in klaren Nächten ein atem­be­rau­bender Sternenhimmel.

Kevin

5. Eine Liebeserklärung an die Bille und ihre Täler

Dieses besagte Jahr, was uns alle zur Hei­mat­kunde in die Knie zwang, hat mir die Augen geöffnet und wahre Hei­mat­liebe ver­mit­telt. Dies will ich zur Hom­mage als Gedicht vor­tragen. Viel­leicht habt ihr ja auch so einen Ort für euch ent­deckt? Viel Spaß beim Lesen!

Du Wun­der­schöne!, Warst schon immer so nah gelegen, durch das Reisen bin ich fern geblieben. Deine wilde Seele hat mich in schweren Zeiten auf­ge­fangen, deine Täler bin ich auf und ab gegangen. Deine Bewohner kenne ich alle bei ihrem Namen, deine wei­chen Kurven haben mich zu ver­bor­genen Orten getragen. Immer am selben Fleck, doch nie des Glei­chen. Blumen blühen, Blätter fallen, wurde ich Zeuge beim Zeit ver­strei­chen. Welche Jah­res­zeit dich auch immer krönte, du bist und bleibst Du Wunderschöne!

Timo

6. Meine Nacht auf der Seebrücke in Großenbrode

Viel­leicht erin­nert Ihr Euch an unser Inter­view mit Karen Löh­nert, der Grün­derin des Über­nach­tungs­kon­zepts slee­peroo? Nach unserem Gespräch bekamen wir die Mög­lich­keit, selbst in ein kleines Mikro­aben­teuer zu starten. So fand ich mich an einem Frei­tag­abend Ende Oktober auf der See­brücke in Gro­ßenbrode wieder. Nicht unbe­dingt die Jah­res­zeit, bei der ich mich nor­ma­ler­weise für eine Über­nach­tung am Strand ent­scheiden würde — aber was war in 2020 schon normal?

Ver­sorgt mit der “Chillbox” — dem obli­ga­to­ri­schen Ver­pfle­gungs­paket, wel­ches man bei einer Über­nach­tung im Schlaf­cube bekommt — ging ich bis an die Spitze der 280 Meter langen See­brücke und bezog mein Zuhause für die kom­mende Nacht. Natür­lich nicht, ohne ein paar neu­gie­rige Blicke anderer Tou­risten zu ernten. “Mama, schläft der Mann heute hier?”, hörte ich ein kleines Mäd­chen fragen.

Nach einem spek­ta­ku­lären Son­nen­un­ter­gang und einem aus­ge­dehnten Spa­zier­gang konnte ich einen fast ster­nen­klaren Himmel bewun­dern. Als kurz vor Mit­ter­nacht die letzten Angler gegangen waren, hatte ich die See­brücke ganz für mich allein. Zum Ein­schlafen lauschte ich den Möwen und dem Rau­schen der mich umge­benden Ostsee. Dank der kuschelig warmen Decken war es trotz nur 12 Grad Außen­tem­pe­ratur sehr gemüt­lich. Wind­böen von bis zu 25 Knoten  gaben mir mit­unter das Gefühl, mit dem Cube auf hoher See durch die Wellen zu segeln.

Hella

7. Auf zu neuen Horizonten — die Zugspitze macht‘s möglich

Statt gen Norden vor die eigene Haustür und an geliebte Nord­see­strände, führte mich mein Aben­teu­er­sinn in diesem Sommer eher in schwin­del­erre­gende Höhen. Wäh­rend Camper & Tou­risten den Weg in den Norden fanden, machte ich mich als Flach­land­ti­roler by choice auf, um den höchsten Berg Deutsch­lands zu besteigen: die Zug­spitze. Orga­ni­siert von meinen Freunden von Off the Path, tauschte ich wäh­rend unserer 3‑tägigen Tour die Flip Flops gegen Wan­der­stiefel, schlief in idyl­li­schen Berg­hütten und war wie berauscht von der Weite und Schön­heit der Berge. Durch das Reintal, mit einem nächt­li­chen Zwi­schen­stopp an der Rein­tal­ang­er­hütte, ging es via Wan­derweg und Klet­ter­steig hinauf auf die höchste Spitze Deutsch­lands. Nach einer wei­teren Über­nach­tung auf der Knorr­hütte, stiegen wir am 3. Tag wieder ab, auf die öster­rei­chi­sche Seite der Zug­spitze, nach Ehr­wald. Eine tolle Tour, die auch für uns Nord­lichter einiges an neuem Hori­zont bereit hält.

Charlie

8. Einmal zu Fuß um die Insel — Föhr

Immer auf der Suche nach einer neuen Her­aus­for­de­rung, zog es mich an einem traum­haften Tag Ende Sep­tember dank eines Wan­de­re­vents auf die wun­der­schöne Insel Föhr. Das Ziel: 38 Kilo­meter zu Fuß um die Insel. Schon die Fahrt mit der Fähre bei Son­nen­auf­gang war ein abso­lutes High­light. Dann fiel der Start­schuss, und ent­lang der Pro­me­nade in Wyk führte mich der Wan­derweg am Strand ent­lang, bis ins Watt, über Stock und Stein, weiter auf den grünen Dei­chen mit Aus­blick nach Amrum und Sylt, begleitet durch jede Menge Schafe. Nach knapp 9 Stunden kam ich über­glück­lich im Ziel an. Wieder eine Her­aus­for­de­rung gemeis­tert. Und das Beste: Ich habe viele liebe Men­schen auf dem Weg getroffen. Am Abend ging es mit der letzten Fähre auch schon wieder zurück. Aber: Ich komme wieder, denn es ist genau der rich­tige Ort, um neue Kräfte zu tanken.

Unzäh­lige Jah­res­rück­blicke über­schwemmen unsere Bild­schirme. Da ist von einem „beson­deren“ Jahr die Rede; einem „ver­rückten“, „vieles abver­lan­genden“. Und auch das große Rei­se­aben­teuer liegt plötz­lich nicht mehr in der exo­ti­schen Ferne. Über­füllte Cam­ping­plätze, dicht bemenschte Strände und knüp­pel­volle Land­straßen waren das Ergebnis vieler Men­schen, die nun ihre ver­diente Aus­zeit in den nahe­lie­genden Gefilden suchten. Ein Bericht von der gesamten Crew

Inmitten der gen Norden pil­gernden Urlaubs­menge waren auch wir mit unseren Bullis, Kanus, Kites und Rädern anzu­treffen: Wir ent­deckten kleine Gehei­m­­tipp-Regionen, unter­schätzte Natur­schau­plätze und die guten, alten Klas­siker wieder neu. Unsere ganz per­sön­li­chen High­lights möchten wir mit euch teilen. Denn das Teilen macht gerade in diesen Zeiten wahre Freu(n)de. Und viel­leicht findet der eine oder die andere etwas Inspi­ra­tion in den nach­fol­genden Ein­drü­cken – etwa für das in den Start­lö­chern ste­hende Rei­se­jahr 2021.

Tobi

1. Weite, Wind und Wellen — Vejlby Klit in Dänemark

Im Sep­tember 2020 ver­schlug es mich an den groß­ar­tigen Nord­see­strand von Vejlby Klit. Kite­surfer werden hier ebenso fündig wie Ruhe­su­chende — die knapp vier­stün­dige Fahr­zeit von Ham­burg scheint Vejlby Klit näm­lich jenen Trubel zu nehmen, den du von all den schönen Orten rund um den Ring­kø­bing Fjord gewohnt bist. Die Gegend ist recht rau, hat dadurch im Herbst ihre ganz beson­deren Reize und wartet mit einigen lokalen High­lights auf dich. Du darfst auf gar keinen Fall die die win­zige Brauerei Nr. Nissum Hånd­bryg ver­passen, die übri­gens auch Appar­te­ments und eine echte Well­ness­oase bereit­hält. Und zum rich­tigen Bier gehört selbst­ver­ständ­lich ein ordent­li­cher Fisch­teller — den bekommst du im kleinen Restau­rant Polseboden im Ort Thy­boron, direkt an der Hafenkante.

Svenja

2. Gefräßiges Meer — Brodtener Steilufer Lübecker Bucht

Mit seiner rund vier Kilo­meter langen Steil­küste ist das Brod­tener Steil­ufer an der Lübe­cker Bucht ein außer­ge­wöhn­li­ches Aus­flugs­ziel für alle, die das Meer lieben. Die Ostsee hat sich hier im Laufe der Jahr­tau­sende durch Wind und Wellen in die Steil­küste hin­ein­ge­fressen und bricht jedes Jahr unge­fähr einen wei­teren Meter ab. Dahinter geht’s tief in den Abgrund – an seiner höchsten Stelle knapp 20 Meter. Schon im Mit­tel­alter fanden Strand­pi­raten gefallen an dem stra­te­gisch gut gele­genen Aus­blick auf das weite Meer. Heute gehören weite Teile des Brod­tener Steil­ufers zum euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet und stehen unter Natur­schutz. Der obere Wan­derweg am Steil­ufer führt dich mit einer fan­tas­ti­schen Aus­sicht auf die Lübe­cker Bucht von Tra­ve­münde bis nach Nien­dorf. Du bist unge­fähr eine Stunde unter­wegs und läufst durch kleine Wäld­chen, vorbei an Fel­dern und Wiesen immer an der steilen Ufer­kante ent­lang. Du kannst aber auch vom Strand in Tra­ve­münde starten. Unter­halb der Steil­küste ver­läuft ein Weg, der wun­der­schön wild, steinig und natur­be­lassen ist. Ganz egal, wie du dich ent­schei­dest: Eine steile Treppe, die das obere mit dem unteren Steil­ufer ver­bindet, liegt unge­fähr einen Kilo­meter vor dem Orts­teil Niendorf/Timmendorfer Strand. Viel Spaß beim Entdecken!

Besser lassen: Das Café an der Her­manns­höhe (hier ist einer der Park­plätze) ist zwar idyl­lisch gelegen, kuli­na­risch erin­nert das Angebot aller­dings eher an eine klas­si­sche Auto­­bahn-Ras­t­­stätte. Pack’ lieber deine eigene Ther­mos­kanne ein und genieße einen leckeren Tee oder Kaffee auf einer der Bänke am Spa­zierweg – Traum­aus­blick inklusive!

Maxi

3. Kitesurf’n’Sun — Zingst, das kann was!

Schon als ich den Bulli in der sen­genden Hitze auf den anvi­sierten Stell­platz an der Ostsee lenkte, kamen mir die ersten braun­ge­brannten Bar­fuß­läufer ent­gegen: ein Beach­vol­ley­ball unter den Arm geklemmt, die Kites auf den Rücken geschnallt. Ein Pot­pourri aus zig Dia­lekten schallte gut­ge­launt über den Platz und an der angren­zenden Surf-Bar mit Live­musik pros­tete man sich schon zur Mit­tags­zeit lässig zu.

Bereits in diesem ersten Moment ver­liebte ich mich in das kleine Stück Land im nord­meck­len­bur­gi­schen Zingst, wel­ches direkt an einem Sport­strand liegt. Bulli- und Kite­surf­lie­bende sind hier unter sich und tau­schen lie­be­voll die Kose­namen und Ein­rich­tungs­ge­heim­nisse ihrer Gefährten aus. Tipps zu den vielen, in der unmit­tel­baren Umge­bung lie­genden Kite-Spots, die je nach Wind­rich­tung und ‑stärke ange­fahren werden können, gibt es direkt dazu. Und auch über drin­gend nötiges Stech­mü­cken­spray wird eifrig gefach­sim­pelt. Die Beach­vol­ley­ball­felder am weit­läu­figen Strand, der nahe­lie­gende Natio­nal­park Vor­pom­mer­sche Bod­den­land­schaft und Zingster Oster­wald runden den ersten Ein­druck ab: Zingst, das kann wirk­lich was.

Luisa

4. North Shore 2.0 — die magische Nordküste Rügens

Kris­tall­klares Wasser, blau-tür­­kise Fär­bung, feinster weißer Sand­strand. Nein, dieses Jahr stand keine Karibik-Fern­­reise auf dem Pro­gramm. Statt­dessen zog es mich mit dem Van an die magi­sche Nord­küste Rügens. Die mit Abstand größte Insel Deutsch­lands hat näm­lich neben großen Wäl­dern und Bod­den­ge­wäs­sern rich­tige Traum­strände zu bieten. Ein Abstieg über die steile Holz­treppe bringt mich in ein kleines Para­dies und ich ver­gesse kurz, dass ich an der Ost­see­küste stehe und nicht am Nord­strand von Oahu. Wer auf der Suche nach natur­be­las­sener und nicht bebauter Küste ist kommt hier auf seine Kosten. Mich hat vor Allem die Ruhe und der male­ri­sche Aus­blick voll­kommen überzeugt.

Bulli-Über­­­nach­­­tungen sind hier übri­gens nicht gestattet, wer trotzdem etwas länger in dieser ruhi­geren Ecke der Insel ver­weilen möchte, ist auf den nahe­ge­le­genen Natur­zelt­plätzen und Stell­plätzen in Wiek oder Dranske gut auf­ge­hoben. Im Sommer kann man hier bei wun­der­schönen Son­nen­un­ter­gängen und mit­ge­brachtem Pick­nick den Tag aus­klingen lassen. Mein per­sön­li­ches High­light: Dank der dünnen Besied­lung zeigt sich hier in klaren Nächten ein atem­be­rau­bender Sternenhimmel.

Kevin

5. Eine Liebeserklärung an die Bille und ihre Täler

Dieses besagte Jahr, was uns alle zur Hei­mat­kunde in die Knie zwang, hat mir die Augen geöffnet und wahre Hei­mat­liebe ver­mit­telt. Dies will ich zur Hom­mage als Gedicht vor­tragen. Viel­leicht habt ihr ja auch so einen Ort für euch ent­deckt? Viel Spaß beim Lesen!

Du Wun­der­schöne!, Warst schon immer so nah gelegen, durch das Reisen bin ich fern geblieben. Deine wilde Seele hat mich in schweren Zeiten auf­ge­fangen, deine Täler bin ich auf und ab gegangen. Deine Bewohner kenne ich alle bei ihrem Namen, deine wei­chen Kurven haben mich zu ver­bor­genen Orten getragen. Immer am selben Fleck, doch nie des Glei­chen. Blumen blühen, Blätter fallen, wurde ich Zeuge beim Zeit ver­strei­chen. Welche Jah­res­zeit dich auch immer krönte, du bist und bleibst Du Wunderschöne!

Timo

6. Meine Nacht auf der Seebrücke in Großenbrode

Viel­leicht erin­nert Ihr Euch an unser Inter­view mit Karen Löh­nert, der Grün­derin des Über­nach­tungs­kon­zepts slee­peroo? Nach unserem Gespräch bekamen wir die Mög­lich­keit, selbst in ein kleines Mikro­aben­teuer zu starten. So fand ich mich an einem Frei­tag­abend Ende Oktober auf der See­brücke in Gro­ßenbrode wieder. Nicht unbe­dingt die Jah­res­zeit, bei der ich mich nor­ma­ler­weise für eine Über­nach­tung am Strand ent­scheiden würde — aber was war in 2020 schon normal?

Ver­sorgt mit der “Chillbox” — dem obli­ga­to­ri­schen Ver­pfle­gungs­paket, wel­ches man bei einer Über­nach­tung im Schlaf­cube bekommt — ging ich bis an die Spitze der 280 Meter langen See­brücke und bezog mein Zuhause für die kom­mende Nacht. Natür­lich nicht, ohne ein paar neu­gie­rige Blicke anderer Tou­risten zu ernten. “Mama, schläft der Mann heute hier?”, hörte ich ein kleines Mäd­chen fragen.

Nach einem spek­ta­ku­lären Son­nen­un­ter­gang und einem aus­ge­dehnten Spa­zier­gang konnte ich einen fast ster­nen­klaren Himmel bewun­dern. Als kurz vor Mit­ter­nacht die letzten Angler gegangen waren, hatte ich die See­brücke ganz für mich allein. Zum Ein­schlafen lauschte ich den Möwen und dem Rau­schen der mich umge­benden Ostsee. Dank der kuschelig warmen Decken war es trotz nur 12 Grad Außen­tem­pe­ratur sehr gemüt­lich. Wind­böen von bis zu 25 Knoten  gaben mir mit­unter das Gefühl, mit dem Cube auf hoher See durch die Wellen zu segeln.

Hella

7. Auf zu neuen Horizonten — die Zugspitze macht‘s möglich

Statt gen Norden vor die eigene Haustür und an geliebte Nord­see­strände, führte mich mein Aben­teu­er­sinn in diesem Sommer eher in schwin­del­erre­gende Höhen. Wäh­rend Camper & Tou­risten den Weg in den Norden fanden, machte ich mich als Flach­land­ti­roler by choice auf, um den höchsten Berg Deutsch­lands zu besteigen: die Zug­spitze. Orga­ni­siert von meinen Freunden von Off the Path, tauschte ich wäh­rend unserer 3‑tägigen Tour die Flip Flops gegen Wan­der­stiefel, schlief in idyl­li­schen Berg­hütten und war wie berauscht von der Weite und Schön­heit der Berge. Durch das Reintal, mit einem nächt­li­chen Zwi­schen­stopp an der Rein­tal­ang­er­hütte, ging es via Wan­derweg und Klet­ter­steig hinauf auf die höchste Spitze Deutsch­lands. Nach einer wei­teren Über­nach­tung auf der Knorr­hütte, stiegen wir am 3. Tag wieder ab, auf die öster­rei­chi­sche Seite der Zug­spitze, nach Ehr­wald. Eine tolle Tour, die auch für uns Nord­lichter einiges an neuem Hori­zont bereit hält.

Charlie

8. Einmal zu Fuß um die Insel — Föhr

Immer auf der Suche nach einer neuen Her­aus­for­de­rung, zog es mich an einem traum­haften Tag Ende Sep­tember dank eines Wan­de­re­vents auf die wun­der­schöne Insel Föhr. Das Ziel: 38 Kilo­meter zu Fuß um die Insel. Schon die Fahrt mit der Fähre bei Son­nen­auf­gang war ein abso­lutes High­light. Dann fiel der Start­schuss, und ent­lang der Pro­me­nade in Wyk führte mich der Wan­derweg am Strand ent­lang, bis ins Watt, über Stock und Stein, weiter auf den grünen Dei­chen mit Aus­blick nach Amrum und Sylt, begleitet durch jede Menge Schafe. Nach knapp 9 Stunden kam ich über­glück­lich im Ziel an. Wieder eine Her­aus­for­de­rung gemeis­tert. Und das Beste: Ich habe viele liebe Men­schen auf dem Weg getroffen. Am Abend ging es mit der letzten Fähre auch schon wieder zurück. Aber: Ich komme wieder, denn es ist genau der rich­tige Ort, um neue Kräfte zu tanken.

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