Küs­ten sind unse­re Hei­mat. Monat für Monat pos­ten wir Bil­der unse­rer SUP-Tou­ren und berich­ten von Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, die ohne Nord- und Ost­see gar nicht mög­lich wären. Immer wie­der zieht es unse­re Crew dort­hin, wo die Luft so schön sal­zig ist, die Möwen unauf­hör­lich krei­schen und die Schiffs­hör­ner tuten. Für uns haben Küs­ten etwas anzie­hen­des, etwas fas­zi­nie­ren­des und sind so zum Fun­da­ment vie­ler Berich­te der Han­sea­ten­ban­de gewor­den. Sie sind aber auch der unmit­tel­ba­re Lebens­raum für mehr als eine Mil­li­ar­de Men­schen die­ser Welt, mit­tel­bar für eine weit grö­ße­re Zahl. Wenn nicht sogar für jeden von uns. Wir nut­zen die Welt­mee­re als Lebens­mit­tel- und Roh­stoff­lie­fe­ran­ten, als Trans­port­we­ge oder als Orte zur Erho­lung.

Behandeln wir diesen für uns so wertvollen Dienstleister eigentlich so, wie er es verdient hat?

Die Ant­wort fällt lei­der leicht, das tun wir näm­lich nicht. Das fol­gen­de Bei­spiel stimmt nach­denk­lich, hat es sei­nen Ursprung doch so weit weg von sei­nem spä­te­ren Leid­tra­gen­den. In Euro­pa gehen pro Ein­woh­ner durch­schnitt­lich 200 Plas­tik­tü­ten jähr­lich über die Laden­the­ken, ein erschre­cken­der Wert wenn du bedenkst, dass eine Tüte etwa 500 Jah­re bis zur voll­stän­di­gen Zer­set­zung benö­tigt. Hab ich bis­lang natür­lich nicht bedacht son­dern mir mein eige­nes Ver­hal­ten im Umgang mit Plas­tik­müll viel zu lan­ge schön gere­det. Mit der Recher­che zu die­sem Arti­kel möch­te ich also mir selbst einen Anstoß zum Umden­ken geben — mit dem Ergeb­nis aber natür­lich genau­so dir.

Im Sin­ne eines sinn­vol­len Recy­clings gehö­ren Plas­tik­tü­ten in den gel­ben Sack — tat­säch­lich lan­den dort schät­zungs­wei­se aber weni­ger als 10%. Der Rest zer­setzt sich irgend­wo in der Natur oder wan­dert mit oft­mals gutem Vor­satz als Müll­beu­tel getarnt in den Haus­müll. Gut gemeint ist eben nicht zwin­gend gut gemacht. Der wird näm­lich nicht recy­celt son­dern ein­fach nur ver­brannt. Noch viel schlim­mer sind aber die Plas­tik­res­te, die über die Zeit ihren Weg in unse­re Gewäs­ser fin­den. Laut Umwelt­bun­des­amt befan­den sich 2013 mehr als 60 Mil­lio­nen Ton­nen Plas­tik in den Welt­mee­ren. Ich kann mir kaum vor­stel­len, dass sich inner­halb der ver­gan­ge­nen drei Jah­re groß­ar­tig etwas dar­an geän­dert hat. Über die Zeit wird aus gro­bem Plas­tik­müll in den Mee­ren Mikro­plas­tik, wel­ches wir über den Kon­sum von Mee­res­tie­ren auf­neh­men und so unse­re eige­ne Gesund­heit ernst­haft aufs Spiel set­zen. Ganz zu schwei­gen von der der Tie­re. Wir asso­zi­ie­ren gro­ße Men­gen an Plas­tik­müll in Gewäs­sern oft mit fer­nen Regio­nen in Afri­ka oder Süd­ost­asi­en. Das ist nicht falsch, ein Groß­teil des Mülls gelangt hier in die Mee­re. Die Situa­ti­on bes­ser macht das aber noch lan­ge nicht. Auch in Spei­se­fisch aus der Ost- und Nord­see haben For­scher vom Alfred-Wege­ner-Insti­tut im ver­gan­ge­nen Jahr Mikro­plas­tik nach­wei­sen kön­nen. Noch dazu kon­su­mie­ren wir ohne­hin Fische und Mee­res­tie­re aus aller Welt.

Bei allen Nega­tiv­schlag­zei­len gibt es aber auch posi­ti­ve, viel­ver­spre­chen­de Ent­wick­lun­gen und Pro­jek­te. Eines davon ist die Idee des deut­schen IT-Unter­neh­mers Gün­ther Bonin. Die Arbeit sei­nes Ver­eins One Earth One Oce­an e.V. hat mich beson­ders beein­druckt. Gün­ther Bonin und sein Team haben es sich zum Ziel gesetzt, die Küs­ten- und Bin­nen­ge­wäs­ser von Plas­tik­müll zu befrei­en und die­sen dabei als Wert­stoff zu ver­ste­hen. Das Kon­zept bezieht jene Men­schen ein, die vom Fischer­trag der Mee­re leben und lässt sie über die Rück­füh­rung von Plas­tik in den Ver­wer­tungs­kreis­lauf Geld ver­die­nen. Fol­gen­des Video, ent­stan­den mit Unter­stüt­zung der Pfle­ge­mar­ke CD erklärt den Ansatz in knapp zwei Minu­ten.

Können wir denn etwas tun?

Nie­mand erwar­tet von dir oder mir Hil­fe in der Dimen­si­on des Ver­eins One Earth One Oce­an. Und sind wir mal ehr­lich: für vie­le Men­schen ist es eine Illu­si­on im All­tag kom­plett auf Plas­tik zu ver­zich­ten, wenn­gleich ich Hoch­ach­tung vor den­je­ni­gen habe die den “Zero Waste”-Trend wirk­lich leben. Wenn wir alle aber anfan­gen wür­den unser täg­li­ches Han­deln in Hin­blick auf öko­lo­gi­sche Aspek­te zu hin­ter­fra­gen, wären wir mit Sicher­heit einen bedeu­ten­den Schritt wei­ter.

Muss es im Super­markt wirk­lich das Obst aus Peru sein, wenn die hei­mi­schen Früch­te doch direkt dane­ben lie­gen? Die lan­gen Trans­port­we­ge auf unse­ren Mee­ren scha­den den Öko­sys­te­men nicht nur durch Plas­tik­müll­ver­schmut­zung.

Muss es vor der Arbeit wirk­lich der kunst­stoff­be­schich­te­te Cof­fee-To-Go Becher vom Bahn­hofs­ki­osk sein oder kann ich ein­fach fünf Minu­ten frü­her auf­ste­hen und mei­nen eige­nen Mehr­weg­be­cher nut­zen? In Deutsch­land lan­den stünd­lich (!) etwa 320.000 Cof­fee-To-Go Becher im Müll.

Weiß ich eigent­lich, wel­cher Müll in wel­che Ton­ne gehört? Miss­ach­te ich aus Bequem­lich­keit nicht viel zu oft die rich­ti­ge Müll­tren­nung?

Muss ich im Super­markt wirk­lich die Plas­tik­tü­te kau­fen anstatt einen Stoff­beu­tel mit­zu­neh­men?

Der größ­te Teil des pro­du­zier­ten Plas­tiks dient der Ver­pa­ckungs­in­dus­trie. Ver­su­chen wir doch die Macht des Ver­brau­chers zu nut­zen und kau­fen weni­ger abge­pack­ten Käse, weni­ger abge­pack­te Wurst oder mit Plas­tik umhüll­te Joghurt­be­cher. Ich fin­de, Gün­ther Bonin hat die rich­ti­gen Wor­te gefun­den…

Vie­le sagen, das Pro­blem ist so groß — was willst du mit dem klei­nen Ding da? Dann sagen wir: irgend­wo musst du ja mal anfan­gen. Jede Rei­se beginnt mit einem ers­ten Schritt.

Küs­ten sind unse­re Hei­mat. Monat für Monat pos­ten wir Bil­der unse­rer SUP-Tou­ren und berich­ten von Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten, die ohne Nord- und Ost­see gar nicht mög­lich wären. Immer wie­der zieht es unse­re Crew dort­hin, wo die Luft so schön sal­zig ist, die Möwen unauf­hör­lich krei­schen und die Schiffs­hör­ner tuten. Für uns haben Küs­ten etwas anzie­hen­des, etwas fas­zi­nie­ren­des und sind so zum Fun­da­ment vie­ler Berich­te der Han­sea­ten­ban­de gewor­den. Sie sind aber auch der unmit­tel­ba­re Lebens­raum für mehr als eine Mil­li­ar­de Men­schen die­ser Welt, mit­tel­bar für eine weit grö­ße­re Zahl. Wenn nicht sogar für jeden von uns. Wir nut­zen die Welt­mee­re als Lebens­mit­tel- und Roh­stoff­lie­fe­ran­ten, als Trans­port­we­ge oder als Orte zur Erho­lung.

Behandeln wir diesen für uns so wertvollen Dienstleister eigentlich so, wie er es verdient hat?

Die Ant­wort fällt lei­der leicht, das tun wir näm­lich nicht. Das fol­gen­de Bei­spiel stimmt nach­denk­lich, hat es sei­nen Ursprung doch so weit weg von sei­nem spä­te­ren Leid­tra­gen­den. In Euro­pa gehen pro Ein­woh­ner durch­schnitt­lich 200 Plas­tik­tü­ten jähr­lich über die Laden­the­ken, ein erschre­cken­der Wert wenn du bedenkst, dass eine Tüte etwa 500 Jah­re bis zur voll­stän­di­gen Zer­set­zung benö­tigt. Hab ich bis­lang natür­lich nicht bedacht son­dern mir mein eige­nes Ver­hal­ten im Umgang mit Plas­tik­müll viel zu lan­ge schön gere­det. Mit der Recher­che zu die­sem Arti­kel möch­te ich also mir selbst einen Anstoß zum Umden­ken geben — mit dem Ergeb­nis aber natür­lich genau­so dir.

Im Sin­ne eines sinn­vol­len Recy­clings gehö­ren Plas­tik­tü­ten in den gel­ben Sack — tat­säch­lich lan­den dort schät­zungs­wei­se aber weni­ger als 10%. Der Rest zer­setzt sich irgend­wo in der Natur oder wan­dert mit oft­mals gutem Vor­satz als Müll­beu­tel getarnt in den Haus­müll. Gut gemeint ist eben nicht zwin­gend gut gemacht. Der wird näm­lich nicht recy­celt son­dern ein­fach nur ver­brannt. Noch viel schlim­mer sind aber die Plas­tik­res­te, die über die Zeit ihren Weg in unse­re Gewäs­ser fin­den. Laut Umwelt­bun­des­amt befan­den sich 2013 mehr als 60 Mil­lio­nen Ton­nen Plas­tik in den Welt­mee­ren. Ich kann mir kaum vor­stel­len, dass sich inner­halb der ver­gan­ge­nen drei Jah­re groß­ar­tig etwas dar­an geän­dert hat. Über die Zeit wird aus gro­bem Plas­tik­müll in den Mee­ren Mikro­plas­tik, wel­ches wir über den Kon­sum von Mee­res­tie­ren auf­neh­men und so unse­re eige­ne Gesund­heit ernst­haft aufs Spiel set­zen. Ganz zu schwei­gen von der der Tie­re. Wir asso­zi­ie­ren gro­ße Men­gen an Plas­tik­müll in Gewäs­sern oft mit fer­nen Regio­nen in Afri­ka oder Süd­ost­asi­en. Das ist nicht falsch, ein Groß­teil des Mülls gelangt hier in die Mee­re. Die Situa­ti­on bes­ser macht das aber noch lan­ge nicht. Auch in Spei­se­fisch aus der Ost- und Nord­see haben For­scher vom Alfred-Wege­ner-Insti­tut im ver­gan­ge­nen Jahr Mikro­plas­tik nach­wei­sen kön­nen. Noch dazu kon­su­mie­ren wir ohne­hin Fische und Mee­res­tie­re aus aller Welt.

Bei allen Nega­tiv­schlag­zei­len gibt es aber auch posi­ti­ve, viel­ver­spre­chen­de Ent­wick­lun­gen und Pro­jek­te. Eines davon ist die Idee des deut­schen IT-Unter­neh­mers Gün­ther Bonin. Die Arbeit sei­nes Ver­eins One Earth One Oce­an e.V. hat mich beson­ders beein­druckt. Gün­ther Bonin und sein Team haben es sich zum Ziel gesetzt, die Küs­ten- und Bin­nen­ge­wäs­ser von Plas­tik­müll zu befrei­en und die­sen dabei als Wert­stoff zu ver­ste­hen. Das Kon­zept bezieht jene Men­schen ein, die vom Fischer­trag der Mee­re leben und lässt sie über die Rück­füh­rung von Plas­tik in den Ver­wer­tungs­kreis­lauf Geld ver­die­nen. Fol­gen­des Video, ent­stan­den mit Unter­stüt­zung der Pfle­ge­mar­ke CD erklärt den Ansatz in knapp zwei Minu­ten.

Können wir denn etwas tun?

Nie­mand erwar­tet von dir oder mir Hil­fe in der Dimen­si­on des Ver­eins One Earth One Oce­an. Und sind wir mal ehr­lich: für vie­le Men­schen ist es eine Illu­si­on im All­tag kom­plett auf Plas­tik zu ver­zich­ten, wenn­gleich ich Hoch­ach­tung vor den­je­ni­gen habe die den “Zero Waste”-Trend wirk­lich leben. Wenn wir alle aber anfan­gen wür­den unser täg­li­ches Han­deln in Hin­blick auf öko­lo­gi­sche Aspek­te zu hin­ter­fra­gen, wären wir mit Sicher­heit einen bedeu­ten­den Schritt wei­ter.

Muss es im Super­markt wirk­lich das Obst aus Peru sein, wenn die hei­mi­schen Früch­te doch direkt dane­ben lie­gen? Die lan­gen Trans­port­we­ge auf unse­ren Mee­ren scha­den den Öko­sys­te­men nicht nur durch Plas­tik­müll­ver­schmut­zung.

Muss es vor der Arbeit wirk­lich der kunst­stoff­be­schich­te­te Cof­fee-To-Go Becher vom Bahn­hofs­ki­osk sein oder kann ich ein­fach fünf Minu­ten frü­her auf­ste­hen und mei­nen eige­nen Mehr­weg­be­cher nut­zen? In Deutsch­land lan­den stünd­lich (!) etwa 320.000 Cof­fee-To-Go Becher im Müll.

Weiß ich eigent­lich, wel­cher Müll in wel­che Ton­ne gehört? Miss­ach­te ich aus Bequem­lich­keit nicht viel zu oft die rich­ti­ge Müll­tren­nung?

Muss ich im Super­markt wirk­lich die Plas­tik­tü­te kau­fen anstatt einen Stoff­beu­tel mit­zu­neh­men?

Der größ­te Teil des pro­du­zier­ten Plas­tiks dient der Ver­pa­ckungs­in­dus­trie. Ver­su­chen wir doch die Macht des Ver­brau­chers zu nut­zen und kau­fen weni­ger abge­pack­ten Käse, weni­ger abge­pack­te Wurst oder mit Plas­tik umhüll­te Joghurt­be­cher. Ich fin­de, Gün­ther Bonin hat die rich­ti­gen Wor­te gefun­den…

Vie­le sagen, das Pro­blem ist so groß — was willst du mit dem klei­nen Ding da? Dann sagen wir: irgend­wo musst du ja mal anfan­gen. Jede Rei­se beginnt mit einem ers­ten Schritt.

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