Ich bin auf der Jagd. Mei­ne Waf­fe: Eine Kame­ra, die mich ein gutes Monats­ge­halt gekos­tet hat, schwer an einem Band um mei­nen Hals hängt und mei­nen Nacken dabei so sehr belas­tet wie mei­nen Dis­po. Mein Dschun­gel: Die Strand­pro­me­na­de von Bar­ce­lo­na.

Um mich her­um nimmt das Leben sei­nen Lauf und küm­mert sich nicht wei­ter um mich oder sper­ri­ge Foto­gra­fie-Meta­phern. Tou­ris­ten kau­fen gefälsch­te Son­nen­bril­len zu einem Viel­fa­chen ihres Wer­tes, Kin­der bet­teln schluch­zend ent­nerv­te Eltern um ein Scho­ko-Eis an. Ein Schä­fer­hund wühlt in den Res­ten eines Piz­za­kar­tons nach lie­gen­ge­las­se­nen Krus­ten. Gut einen Monat ist es her, dass ich mich zum ers­ten Mal genau­er mit Foto­gra­fie befasst habe. Seit­dem den­ke ich in Belich­tungs­zei­ten und Objek­tiv­grö­ßen, atme ISO-Wer­te, habe You­tube-Chan­nel abon­niert und Kame­ras ver­gli­chen. Nur eine Fra­ge bleibt:

Wie kriege ich bloß die verdammte Kunst in meine Fotos?

Bis­her bin ich sehr gut ohne Foto­gra­fie aus­ge­kom­men. Frem­des zu ent­de­cken, Neu­es zu erle­ben und an einem völ­lig unbe­kann­ten Ort Teil des bun­ten Trei­bens zu sein, das macht für mich Rei­sen aus. Wer die Welt lie­ber durch den Sucher sei­ner Kame­ra betrach­tet, distan­ziert sich selbst auto­ma­tisch von dem, was vor der Lin­se pas­siert. Trotz­dem ärge­re ich mich manch­mal, dass ich den atem­be­rau­ben­den Son­nen­un­ter­gän­gen und men­schen­lee­ren Strän­den nicht doch mit etwas mehr als mei­nem siffi­gen Notiz­buch und einer Han­dy­ka­me­ra ent­ge­gen­ge­tre­ten bin.

Land­schafts­fo­to­gra­fie ist tat­säch­lich eine tol­le Art, eine unge­wohn­te Umge­bung zu erkun­den. Plötz­lich bemerkt man, wie fas­zi­nie­rend dif­fus das Licht durch ein Blät­ter­dach fällt, wie herr­lich sich Schif­fe im Hafen­be­cken spie­geln oder wie auf den Bal­ko­nen auf­ge­spann­te Laken einer Sze­ne die nöti­gen Farb­tup­fer ver­lei­hen. Die Welt der Foto­gra­fie lebt von klei­nen Details, an denen man im Leben sonst so häu­fig ein­fach vor­bei läuft.

In schat­ti­gen Gas­sen hilft ein höhe­rer ISO Wert (hier ISO 800) alles rich­tig abzu­bil­den.
Eine offe­ne Blen­de (hier f/4,0) sorgt für tol­le Tie­fen­schär­fen. Bei viel Licht ISO run­ter­set­zen!
Ach­te auf Spie­ge­lun­gen und Sym­me­tri­en, um dei­ne Bil­der anspre­chen­der zu kom­po­nie­ren.
Ver­su­che, mög­lichst viel manu­ell zu foto­gra­fie­ren, so kannst du schnell ein­schät­zen, was dei­ne Kame­ra unter wel­chen Bedin­gun­gen leis­tet.
Abend­be­leuch­tung lässt sich gut mit einer klei­nen Blen­de (hier f/ 10,0) und hoher Belich­tungs­zeit (hier 30 Sekun­den) ein­fan­gen.

Mehr Über­win­dung kos­tet es mich, den Aus­lö­ser zu drü­cken, wenn Men­schen zen­tra­ler Punkt mei­nes Motivs sind. Über­all lau­ern ethi­sche Grund­satz­fra­gen.

Bin ich kri­tisch, wenn ich Obdach­lo­se ablich­te oder miss­brau­che ich hier die Not Frem­der, um spä­ter zuhau­se in gemüt­li­cher Run­de etwas von „inspi­rie­rend ein­fa­chem Leben“ faseln zu kön­nen? Kin­der sind tol­le Moti­ve, sie lachen, fal­len hin und sind so vol­ler Leben, wel­ches Erwach­se­ne oft nur noch in Emo­jis aus­drü­cken kön­nen. Aller­dings kann ich mir kaum etwas Unan­ge­neh­me­res vor­stel­len, als mit pie­pen­dem Sucher auf einen Kin­der­spiel­platz zu zoo­men.

Die Gren­zen setzt sich jeder selbst. Ich mer­ke schnell, dass mit wach­sen­dem Selbst­ver­trau­en in das, was ich tue, auch die Leu­te um mich her­um anders auf mich reagie­ren. Das heißt aber zunächst, die Kame­ra im Ruck­sack zu las­sen und auf die Men­schen zuzu­ge­hen. Ich blö­del mit einem Hand­tuch­ver­käu­fer am Strand her­um und plötz­lich ist es selbst­ver­ständ­lich, dass ich auch ein Foto von ihm machen darf. Bei der Sich­tung mei­ner Bil­der am Abend freue ich mich, ein Andenken an die­se Begeg­nung zu haben.

Ich habe gelernt, dass Foto­gra­fie und Erleb­nis Hand in Hand gehen kön­nen. Viel­mehr kann das Foto­gra­fie­ren sogar ein Weg sein, mit Men­schen in Kon­takt zu kom­men. Wenn Fotos statt blo­ßen Sehens­wür­dig­kei­ten Nähe zei­gen und wort­los eine Geschich­te erzäh­len, ist man auf dem bes­ten Weg, spä­ter unter sei­nen Urlaubs­auf­nah­men ech­te Kunst­wer­ke zu fin­den.

Die Stun­den um Son­nen­auf- und Unter­gang eig­nen sich beson­ders gut zum Foto­gra­fie­ren, da dann das Licht wei­cher ist.
Ach­te dar­auf, wie das Licht steht und ver­mei­de Gegen­licht
Habe ein offe­nes Auge für die Men­schen um dich und kei­ne Angst davor, sie auch anzu­spre­chen.
Sehens­wür­dig­kei­ten sind häu­fig über­lau­fen und sel­ten Orte, an denen man ech­te All­tags­sze­nen zu sehen bekommt.

Ich bin auf der Jagd. Mei­ne Waf­fe: Eine Kame­ra, die mich ein gutes Monats­ge­halt gekos­tet hat, schwer an einem Band um mei­nen Hals hängt und mei­nen Nacken dabei so sehr belas­tet wie mei­nen Dis­po. Mein Dschun­gel: Die Strand­pro­me­na­de von Bar­ce­lo­na.

Um mich her­um nimmt das Leben sei­nen Lauf und küm­mert sich nicht wei­ter um mich oder sper­ri­ge Foto­gra­fie-Meta­phern. Tou­ris­ten kau­fen gefälsch­te Son­nen­bril­len zu einem Viel­fa­chen ihres Wer­tes, Kin­der bet­teln schluch­zend ent­nerv­te Eltern um ein Scho­ko-Eis an. Ein Schä­fer­hund wühlt in den Res­ten eines Piz­za­kar­tons nach lie­gen­ge­las­se­nen Krus­ten. Gut einen Monat ist es her, dass ich mich zum ers­ten Mal genau­er mit Foto­gra­fie befasst habe. Seit­dem den­ke ich in Belich­tungs­zei­ten und Objek­tiv­grö­ßen, atme ISO-Wer­te, habe You­tube-Chan­nel abon­niert und Kame­ras ver­gli­chen. Nur eine Fra­ge bleibt:

Wie kriege ich bloß die verdammte Kunst in meine Fotos?

Bis­her bin ich sehr gut ohne Foto­gra­fie aus­ge­kom­men. Frem­des zu ent­de­cken, Neu­es zu erle­ben und an einem völ­lig unbe­kann­ten Ort Teil des bun­ten Trei­bens zu sein, das macht für mich Rei­sen aus. Wer die Welt lie­ber durch den Sucher sei­ner Kame­ra betrach­tet, distan­ziert sich selbst auto­ma­tisch von dem, was vor der Lin­se pas­siert. Trotz­dem ärge­re ich mich manch­mal, dass ich den atem­be­rau­ben­den Son­nen­un­ter­gän­gen und men­schen­lee­ren Strän­den nicht doch mit etwas mehr als mei­nem siffi­gen Notiz­buch und einer Han­dy­ka­me­ra ent­ge­gen­ge­tre­ten bin.

Land­schafts­fo­to­gra­fie ist tat­säch­lich eine tol­le Art, eine unge­wohn­te Umge­bung zu erkun­den. Plötz­lich bemerkt man, wie fas­zi­nie­rend dif­fus das Licht durch ein Blät­ter­dach fällt, wie herr­lich sich Schif­fe im Hafen­be­cken spie­geln oder wie auf den Bal­ko­nen auf­ge­spann­te Laken einer Sze­ne die nöti­gen Farb­tup­fer ver­lei­hen. Die Welt der Foto­gra­fie lebt von klei­nen Details, an denen man im Leben sonst so häu­fig ein­fach vor­bei läuft.

In schat­ti­gen Gas­sen hilft ein höhe­rer ISO Wert (hier ISO 800) alles rich­tig abzu­bil­den.
Eine offe­ne Blen­de (hier f/4,0) sorgt für tol­le Tie­fen­schär­fen. Bei viel Licht ISO run­ter­set­zen!
Ach­te auf Spie­ge­lun­gen und Sym­me­tri­en, um dei­ne Bil­der anspre­chen­der zu kom­po­nie­ren.
Ver­su­che, mög­lichst viel manu­ell zu foto­gra­fie­ren, so kannst du schnell ein­schät­zen, was dei­ne Kame­ra unter wel­chen Bedin­gun­gen leis­tet.
Abend­be­leuch­tung lässt sich gut mit einer klei­nen Blen­de (hier f/ 10,0) und hoher Belich­tungs­zeit (hier 30 Sekun­den) ein­fan­gen.

Mehr Über­win­dung kos­tet es mich, den Aus­lö­ser zu drü­cken, wenn Men­schen zen­tra­ler Punkt mei­nes Motivs sind. Über­all lau­ern ethi­sche Grund­satz­fra­gen.

Bin ich kri­tisch, wenn ich Obdach­lo­se ablich­te oder miss­brau­che ich hier die Not Frem­der, um spä­ter zuhau­se in gemüt­li­cher Run­de etwas von „inspi­rie­rend ein­fa­chem Leben“ faseln zu kön­nen? Kin­der sind tol­le Moti­ve, sie lachen, fal­len hin und sind so vol­ler Leben, wel­ches Erwach­se­ne oft nur noch in Emo­jis aus­drü­cken kön­nen. Aller­dings kann ich mir kaum etwas Unan­ge­neh­me­res vor­stel­len, als mit pie­pen­dem Sucher auf einen Kin­der­spiel­platz zu zoo­men.

Die Gren­zen setzt sich jeder selbst. Ich mer­ke schnell, dass mit wach­sen­dem Selbst­ver­trau­en in das, was ich tue, auch die Leu­te um mich her­um anders auf mich reagie­ren. Das heißt aber zunächst, die Kame­ra im Ruck­sack zu las­sen und auf die Men­schen zuzu­ge­hen. Ich blö­del mit einem Hand­tuch­ver­käu­fer am Strand her­um und plötz­lich ist es selbst­ver­ständ­lich, dass ich auch ein Foto von ihm machen darf. Bei der Sich­tung mei­ner Bil­der am Abend freue ich mich, ein Andenken an die­se Begeg­nung zu haben.

Ich habe gelernt, dass Foto­gra­fie und Erleb­nis Hand in Hand gehen kön­nen. Viel­mehr kann das Foto­gra­fie­ren sogar ein Weg sein, mit Men­schen in Kon­takt zu kom­men. Wenn Fotos statt blo­ßen Sehens­wür­dig­kei­ten Nähe zei­gen und wort­los eine Geschich­te erzäh­len, ist man auf dem bes­ten Weg, spä­ter unter sei­nen Urlaubs­auf­nah­men ech­te Kunst­wer­ke zu fin­den.

Die Stun­den um Son­nen­auf- und Unter­gang eig­nen sich beson­ders gut zum Foto­gra­fie­ren, da dann das Licht wei­cher ist.
Ach­te dar­auf, wie das Licht steht und ver­mei­de Gegen­licht
Habe ein offe­nes Auge für die Men­schen um dich und kei­ne Angst davor, sie auch anzu­spre­chen.
Sehens­wür­dig­kei­ten sind häu­fig über­lau­fen und sel­ten Orte, an denen man ech­te All­tags­sze­nen zu sehen bekommt.
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